Stückchen II

Mein schwarzes Kätzchen Mia kotzt meistens nachts. Neulich bin ich davon aufgewacht, dass Mia zwischen den katzentypischen Würgegeräuschen plötzlich mit menschlicher Stimme „Kim!“ sagte – sicherlich nicht für meine Ohren bestimmt. Jetzt kenne ich also den Namen der Vorbesitzerin (oder des Vorbesitzers?). Und ich habe den Beweis, dass Katzen nicht nur heimlich vernunftfähig, sondern auch sprachbegabt sind, und sentimentale Viecher sowieso.

Neben mir im Bus die Schülerin, fassungslosen Blicks, dass jemand freiwillig Gedichte liest.

Komisch eigentlich, dass man sich so selten eine Tasse Kaffee über den Laptop schüttet; und komisch, wie fassungslos man ist, wenn es dann doch geschieht. – Abgesehen von der Tastatur sei alles rettbar, beschwichtigt mich ein Computermann mit Mittelscheitel. Aufgeschraubt in seinem Laden offenbart der Laptop alle guten Dinge in meinem Leben: leicht in Unordnung geratene Hirnzellen, Kaffeeduft und jede Taste in einem weichen Bett aus Katzenhaaren.

Frauentag im Integrationskurs: „Die Blumen sollte aber schon der Mann bringen“, sprach der Chef und hechtete auf die Teilnehmerinnen meines Kurses zu, die teils schwankten, ob sie das Röschen annehmen sollten – denn, Zitat Chef, „die mit ihrem Patriarchat“ sind eben etwas verhalten. Ferrero Rocher, Plundergebäck in der Mittagspause und ein Abwasch von Männerhand lösen in mir eine am Arbeitsplatz seltene Vergnügtheit aus. War nicht alles schlecht in der Zone.

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